ATARI ST - MEGA ST

Hardware

  • Hauptprozessor: Motorola MC68000, 8 MHz (Mega STE: 16 MHz)
  • Arbeitsspeicher: 512 KiB bis 4 MiB (Werksausstattung, Speichererweiterung durch andere Anbieter bis auf knapp 16 MiB möglich – allerdings mit erheblichem Aufwand), von dem Speichercontrollerchip „MMU“ (Memory Management Unit) verwaltet.
  • Grafikchip: „Shifter“, benutzte einen frei wählbaren Teil des Hauptspeichers als Bildspeicher, wird heutzutage als „Shared Memory“-Architektur bezeichnet. Auflösungen und Farbtiefen siehe oben. Der Speicherzugriff erfolgt komplett verzahnt mit der CPU und den anderen Bausteinen, so dass der Shifter die anderen Bausteine beim Speicherzugriff nicht ausbremst.
  • Bit-blit-Chip ("Blitter", erst ab MegaST und STE-Serie, spätere 1040STFM-Modelle waren auch mit Bit blit ausgestattet): Unterstützung des Hauptprozessors bei Grafik- und Speicheroperationen. Nachrüstung über Zusatzkarten in allen ST-Modellen möglich.
  • GLUE-Chip: Systemlogik, die das System zusammenhält (Chip-Selects, Takt etc.)
  • Sound: Yamaha YM-2149 bzw. GI AY-3-8910, dreistimmiger Synthesizer-Chip mit Rauschgenerator
  • Disketten-Controller WD1772: MFM-Controller für Laufwerke mit Standard-Shugart-Bus; neuere TT030 und Mega STE sowie alle Falcon 030 wurden mit HD-Diskettenlaufwerken und dem voll kompatiblen, aber auch bei höheren Taktfrequenzen (16 MHz und 32 MHz) stabil laufenden AJAX ausgeliefert.
  • DMA-Controller, von Atari, steuert die ACSI-Schnittstelle (Atari Computer System Interface) an. ACSI ist eine auf Gruppe-1-Kommandos und einige Signale eingeschränkte SCSI-Schnittstelle.
  • 2 Motorola 6850 Schnittstellenbausteine, genannt „ACIA“: 1 für die MIDI-Schnittstelle, 1 für die serielle Kommunikation mit der Tastatur
  • MFP: 68901 MFP (MultiFunctionPeripheral) u. a. für erweiterte Interruptlogik und serielle Schnittstelle
  • Massenspeicher: eingebautes Diskettenlaufwerk (3½″ DD 720 KB) – nur bei 520/1040STF/STFM, Mega ST, Stacy und der STE-Serie; 3½″-SCSI-Festplatte (20–80 MB, nur bei einigen Stacys und Mega STE), über SCSI-Hostadapter beinahe beliebige Auswahl an SCSI-Laufwerken mit SCSI-I/II-Schnittstelle bis 1 GB Kapazität.

Anschlüsse

Standardmäßig bei allen ST-Varianten vorhanden sind:

  • Monitor: 13-polige DIN-Buchse zum Anschluss der Atari-Monitore aus den SM/SC-Serien, im Farb-Modus wird ein NTSC- bzw. PAL-kompatibles RGB-Videosignal ausgeliefert
  • Maus/Joystick: 9-poliger D-SUB-Anschluss zum Anschluss von Mäusen, Joysticks, Grafiktabletts etc.
  • Floppy: 14-polige DIN-Buchse zum Anschluss von bis zu 2 Diskettenlaufwerken (bei eingebautem Laufwerk nur ein externes möglich)
  • Hard Disk: Auch als ACSI oder DMA bekannt, 19-poliger D-SUB-Stecker für externe Fest-/Wechselplatten, CD-ROM-Laufwerken (CDAR504) und Laserdruckern (SLM-Serie). ACSI ist eng mit SCSI verwandt.
  • Parallel: 25-polige D-SUB-Buchse zum Anschluss von beispielsweise Druckern
  • Serial: Serielle Schnittstelle des ST, 25-poliger D-SUB-Stecker, zum Anschluss von Modems oder zur Errichtung von seriellen Netzwerken
  • MIDI In/Out: Je eine fünfpolige DIN-Buchse zum Anschluss von Synthesizern etc., auch für Peer-to-Peer-Netzwerke verwendbar (Midinet)
  • ROM-Port: 40-poliger Platinenstecker, zur Aufnahme von Programm-Modulen oder externer Hardware (beispielsweise Scanner oder Kopierschutzdongles)

Einige Modellvarianten haben darüber hinaus noch zusätzliche Anschlüsse:

  • HF-Modulator: Cinch-Buchse zum Anschluss der ST-Computer an den Antenneneingang eines Fernsehers (STM, STFM, STE und spätere 520 ST)
  • Audio R/L: jeweils 1 Cinch-Buchse zum Anschluss an Verstärker oder Stereoanlagen (nur STE)
  • Controller 3+4: 15-polige D-SUB-Buchse (gleich mit der VGA-Schnittstelle), Spielcontroller (beispielsweise das Pad des Atari Jaguars) können dort angeschlossen werden (nur STE)
  • Tastatur: 6-polige Western-Buchse zum Anschluss der Atari-Tastaturen (nur Mega ST und Mega STE)

 

260ST

(1985–1986)

erster auf den Markt gebrachter ST mit externen 3½″-Diskettenlaufwerk, 512 KiB RAM, TOS auf Diskette

260st.png

520ST

(1985–1986)

im Wesentlichen baugleich mit dem 260ST, TOS war hier fest eingebaut (gesockelte EPROMs).

 

520st.png

520STM

(1985–1989)

520ST mit HF-Modulator zum Betrieb an der Antennenbuchse des Fernsehers. Wurde in 520ST umbenannt.

520stm.png

520ST+

(1985–1987)

Wie 520ST nur mit 1 MiB RAM

 

520st+.jpg

520STF

(1986–1987)

520ST mit internem doppelseitiges 3½″-Diskettenlaufwerk

520stf.png

520STFM

(1986–1987)

520ST mit internem einseitiges 3½″-Diskettenlaufwerk und HF-Modulator

520stf.png

1040STF

(1986–1989)

1 MiB RAM, internes doppelseitiges 3½″-Diskettenlaufwerk

1280px-Atari_1040STf.jpg

1040STFM

(1986–1992)

1 MiB RAM, internes doppelseitiges 3½″-Diskettenlaufwerk und HF-Modulator

1280px-Atari_1040STf1.jpg

Mega ST 1 / 2 / 3 / 4

(1987–1991)

Modelle mit abgesetzter Tastatur und je nach Zahl 1, 2 oder 4 MiB RAM. Hat einen eigenen Mega-ST-Bus genanntem Steckplatz für eine Erweiterungskarte und den Blitter. Bei späteren Modellen wurde die Modellbezeichnung "Mega ST" in "Mega" verkürzt.